ROSENBERG - Bürgermeister Uwe Debler hat zusammen mit dem Gemeinderat die Rosenberger Bürger zu einer Kundgebung gegen Rechtsextremismus und den Neonazi Andreas Thierry aufgerufen. Überregionale Gruppierungen planen zwei Tage später ebenfalls eine Demonstration. Debler erklärt, warum er eine zweite Demonstration für notwendig hält.

Von unserem Redaktionsmitglied Tobias Hermann

- Warum braucht Rosenberg eine zweite Demonstration?

Wir wollen selbst unser klares Nein zum Rechtsextremismus zum Ausdruck bringen. In der Art und Weise, wie wir es für richtig halten, und so, dass sich möglichst viele Bürger und Bürgerinnen angesprochen fühlen und beteiligen können. Wer auch die andere Demonstration besuchen möchte, kann das tun. Das muss jeder für sich entscheiden.

- Wäre es nicht besser, gemeinsam zu demonstrieren?

Wir haben Signale auf breiter Front, dass sich der überwiegende Teil der Rosenberger Bevölkerung nicht mit einer Veranstaltung identifizieren kann, die von außen an uns herangetragen wird. Auch der landesweite Aufruf der linksextremen Szene zu dieser Demonstration gefällt den meisten nicht.

- Was unterscheidet die beiden Demonstrationen?

Wir planen eine ganz andere Veranstaltung, die vor allem die Rosenberger und Hohenberger Bürger selbst anspricht. Unserer Kundgebung findet deswegen vor dem Rathaus in Rosenberg statt. Die andere Demonstration bewegt sich von Rosenberg auf der Landstraße bis nach Hohenberg und wird vor allem Leute der Mitveranstalter von auswärts anziehen.

- Machen sich die beiden Veranstaltungen nicht eher Konkurrenz?

Nein. Es wird keine Konkurrenzveranstaltung werden. Unser Ziel ist eine Kundgebung auf der Basis eines lokalen Bündnisses. Die beiden Demonstrationen können sich so ergänzen und sogar besser wirken, wenn sie zeitlich eng beisammen liegen.

- Wer wird sich an diesem lokalen Bündnis beteiligen?

Wir wollen die Menschen vor Ort erreichen. Deswegen habe ich alle Bürgerinnen und Bürger, die Schule, Kirchen und Vereine dazu aufgerufen, sich an der Kundgebung zu beteiligen. Eingeladen sind aber auch die Menschen in den Nachbargemeinden, sich mit uns gegen Rechts zu solidarisieren. Ich habe schon sehr viele positive Rückmeldungen aus der Gemeinde erhalten. Außerdem haben auch schon viele Personen des öffentlichen Lebens zugesagt.

- Wer ist das genau?

Unter anderem haben Landrat Klaus Pavel, Bürgermeisterkollegen und unsere Abgeordneten zugesagt.

- Aber belegen nicht die vielen Unterstützer der Demo der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, zu denen auch Pfarrer Sieger Köder und ihr Gemeinderat Hubert Thalheimer gehören, dass die Bürger eigentlich gar kein Problem mit der anderen Kundgebung haben.

Das sehe ich nicht so. Aber, wie gesagt, jeder muss entscheiden, wovon er sich angesprochen fühlt.

- Glauben Sie, dass sich Thierry von den Demonstrationen beeindrucken lässt?

Wir erhoffen uns eine breite Solidarität mit einem klaren Zeichen gegen Rechtsextremismus. Ob es wirkt, wissen wir nicht. Aber wir wollen deutlich machen: Thierry und seine Ideen sind hier nicht willkommen.

Bürgermeister Uwe Debler.


Quelle: Schwäbische Zeitung Online vom Mittwoch, 23. Februar 2005


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