Es war die beste Entscheidung, die der Rosenberger Gemeinderat gestern Abend treffen konnte. Er hat das Baugesuch des Neonazis Andreas Thierry nicht abgelehnt, ihm aber die ausdrückliche Unterstützung versagt.

Von unserem Redakteur Claus Liesegang

Die Rosenberger Räte hatten die Wahl zwischen Pest und Cholera. Hätten sie Thierrys Bauantrag abgelehnt, dann ginge der Neonazi heute zum Anwalt und bekäme die Zustimmung morgen auf dem Rechtsweg. Aber nicht nur, dass Thierry dann ebenfalls umbauen dürfte. Öffentlich viel bedeutender wäre es, dass es in der Auseinandersetzung mit der Gemeinde dann 1:0 für ihn stünde.

Aber selbst das wäre noch nicht das Schlimmste. Andreas Thierry ist nach Außen ein Gentleman, ein höflicher, zuvorkommender Bürger in Hohenberg, den Nachbarn schon als "sehr netten Mann" beschrieben haben. Wohlgemerkt nach Außen. Ideologisch ist Thierry ein Brandstifter. Die Medien, die er von Hohenberg aus verbreiten will, sind übles Hetzmaterial, die Inhalte pure Demagogie. Ihn in die Rolle des Opfers zu drängen, indem man ihm durch die Ablehnung des Bauantrags juristisch Unrecht tut, das wäre der schlimmste Fehler gewesen, den die Rosenberger Räte hätten machen können.

Sie haben ihn nicht gemacht. Ihr Signal, Thierry zu einer unerwünschten Person zu erklären, braucht jetzt nachdrückliche aber friedliche Unterstützung.


Quelle: Schwäbische Zeitung Online vom Dienstag, 22. Februar 2005


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