ROSENBERG - Am Montag entscheidet der Rosenberger Gemeinderat über das Baugesuch von Andreas Thierry. Doch egal, ob der Neonazi das "Goldene Kreuz" in Hohenberg umbauen darf oder nicht, am 9. April gehen in Rosenberg die Menschen gegen die Rechtsradikalen auf die Straße.

Von unserem Redakteur Claus Liesegang

Zu der Demonstration ruft landesweit die Kreisvereinigung Schwäbisch-Hall der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) auf. Aber nicht alleine. Die Liste der Unterstützer ist lang. 26 Einzelpersonen, unter ihnen die SPD-Abgeordnete Ulla Haußmann, Roland Hamm, Erster Bevollmächtigter der IG-Metall Aalen, DGB-Regionssekretär Karl-Heinz Wiedmann, die Pfarrer Sieger Köder, Ravinder Salooja und Dr. Rolf Siedler und Dr. Alfred Geisel haben unterzeichnet. Außerdem beteiligen sich unter anderem aus Ellwangen das Jugendzentrum, das Friedensforum, Kreis und Ortsverband der Grünen, Verdi, AWO und der Weltladen.

"Keine braune Trutzburg"

Das Landratsamt in Aalen bestätigte gestern, dass die Kundgebung angemeldet worden sei. Nun werden die Auflagen geprüft. Hier geht es zum Beispiel darum, ob die Organisatoren Ordner stellen müssen und ob Straßensperrungen nötig sind. Die Polizeidirektion Aalen trägt derzeit Erfahrungswerte zusammen, nach denen sich die Art des Polizeieinsatzes bewerten lässt. Mit entscheidend wird sein, ob die Rechtsradikalen zu einer Gegendemonstration aufrufen.

Organisator Siggi Hubele vom VVN Schwäbisch Hall erklärte gestern gegenüber unserer Zeitung, er rechne mit "mehreren hundert oder mehr" Demonstranten. Ihr Ziel macht Hubele klar: "Wir wollen aufzeigen, dass Thierry in Rosenberg keine braune Trutzburg aufbauen kann." Wichtig sei es, ständig zu zeigen, dass es hier keine schweigende Mehrheit gibt, auf die sich die Neonazis andernorts stets beriefen.

Auch Rosenbergs Bürgermeister Uwe Debler findet die Demonstration in Ordnung, wenn sie ordnungsgemäß abläuft. Debler sagte gestern: "Inhaltlich wollen wir das gleiche." Als mögliches Problem sieht er nur, dass sich die Bürgerinnen und Bürger von Hohenberg und Rosenberg nicht mit den Veranstaltern der VVN-BdA identifizieren.

Dass die Demonstration ordnungsgemäß abläuft, wird wiederum Aufgabe der Polizei sein. Erfahrungen aus Demos der VVN-BdA in Schwäbisch Hall zeigen allerdings, dass sich im Schlepptau der friedlichen Teilnehmer um die Organisatoren Siggi Hubele und Jochen Dürr schon Randalierer des links-alternativen Spektrums befanden.


Quelle: Schwäbische Zeitung Online vom Freitag, 18. Februar 2005


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