ROSENBERG-HOHENBERG (tha) Am Montag berät der Gemeinderat Rosenberg über das Baugesuch des Neonazi Andreas Thierry, den Besitzer des Gasthofs "Goldenes Kreuz". Er will Lagerräume einrichten. Der Heilbronner Staatsschutz vermutet, dass der rechtsextreme Lars Käppler diese als Nazi-Schulungszentrum nutzen will.

"Wir sind von Menschen mit solcher Gesinnung in unserer Gemeinde nicht begeistert", sagt Rosenbergs Bürgermeister Uwe Debler über Andreas Thierry. Im vergangenen Jahr hatte der 34-jährige Neonazi den alten Gasthof für 45 000 Euro ersteigert, um dort Wohnungen einzurichten (wir berichteten). Jetzt will Thierry angeblich Lagerräume für Büros bauen lassen. Doch nach den Erkenntnissen des Heilbronner Staatschutzes könnte dort ein Nazi-Schulungszentrum entstehen. Nach Angaben der Heilbronner Zeitung bestätigte der Verfassungsschutz vorsichtig, dass Lars Käppler, Vorsitzender der rechtsextremen Bewegung Deutsche Volksgemeinschaft (BDVG), vermutlich seinen Umzug nach Hohenberg plant. "Das sind Spekulationen", sagt Uwe Debler. Die seit ihrer Gründung 1999 vom Verfassungsschutz beobachtete BDVG versteht sich als rechte Kaderschmiede.

Ideal für seinen Verlag

Weil diese Gruppe möglicherweise verboten wird, hat Käppler sein Amt niedergelegt. Mit seinem Rückzug will Käppler die Organisation aus dem Schussfeld nehmen. Inzwischen nutzt der 29-Jährige die rechte Weltanschauung und vielfältige Kontakte für wirtschaftliche Zwecke. Im vergangenen Jahr ließ er einen Verlag in das Handelsregister eintragen. Zudem vertreibt er per Internet einschlägiges Material wie Bücher, Flaggen, Kleidung. Das große Gebäude in Hohenberg könnte er ideal für seinen Verlag oder für Seminare nutzen.

Der Gemeinderat wird am Montag, 24. Januar, über das Baugesuch diskutieren.


Quelle: Schwäbische Zeitung Online vom Samstag, 22. Januar 2005


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