Beipackzettel zur Solidaritätserklärung: Für den Erhalt der KTS!

Begleitschreiben zur Solidaritätserklärung für die KTS

Februar/März 2004

Hallo und guten Morgen,

In den letzten Wochen habt Ihr/Sie sicher vom Konflikt rund um die KTS (Kulturtreff in Selbstverwaltung) mitbekommen (Falls nicht, haben wir noch einige weitere Informationen beigefügt, siehe unten). In den Händen haltet Ihr/Sie die Solidaritätserklärung für den Erhalt der KTS Freiburg. Diese Erklärung wurde von einer Initiative verfasst, die möglichst viele Gruppen, Vereine, Betriebe und Einzelpersonen aus verschiedensten Bereichen ansprechen und dazu bewegen will, die KTS öffentlich mit ihrem Namen zu unterstützen. Angesichts der drohenden Räumung ist es für die KTS sehr wichtig, eine möglichst breite und vielfältige Unterstützung in der Öffentlichkeit zu haben. Damit kann auch der Stadtverwaltung noch einmal deutlich gemacht werden, dass es viele Menschen und Institutionen gibt, die es wichtig finden, dass es in Freiburg weiterhin einen Raum für selbstverwaltete Kultur und Politik gibt. Da wir jedoch wissen, wie aufwendig es ist, eine solche Erklärung selbst zu verfassen bzw. es auch sinnvoll finden, die Solidarität zu bündeln, treten wir mit dieser Bitte um Unterstützung an Euch/Dich/Sie heran. Die Solidaritätserklärung soll auf verschiedene Wege öffentlich gemacht werden (im Internet, in verschiedenen Printmedien usw.). Wir bitten Euch/Sie/Dich daher den Text mit dem Namen Eurer/Ihrer Gruppe, des Vereins, des Betriebes oder ähnliches zu unterschreiben und an uns zurückzusenden. Ihr könnt uns entweder per mail, per Fax oder per Post erreichen (Adresse siehe unten). Zusätzlich wäre es auch noch wichtig, die unterschriebene Solierklärung an die Bahn, die Stadt und die Presse (Adressen siehe unten) weiterzuleiten, um Ihren/Euren/Deinen Schritt der Unterstützung öffentlich zu machen

Wir bitten außerdem darum die Solierklärung an Bekannte, FreundInnen, andere Gruppen, Institutionen und Betriebe weiterzuleiten. Die KTS braucht viel und vielfältige Unterstützung !

Wenn Ihr/Sie/Du noch Rückfragen habt, sind wir am besten und schnellsten per mail zu erreichen.

Vielen Dank

Soligruppe der KTS


Anbei Infos zu weiteren Infos:
- Adressen
- Einblick in den Konflikt mit der Bahn und Stadt aus unserer Sicht
- Weitere Infos unter www.kts-freiburg.org. Dort gibt es unter anderem Stellungsnahmen von den Fraktionen der Grünen, SPD, Linke Liste usw., sowie von Vereinen u.a. für den Erhalt der KTS Außerdem Links zu Berichten von Aktionen von und für die KTS der letzten Wochen.
- Einen Pressespiegel zur KTS findet Ihr unter www.antifa-freiburg.de.

Adressen

- KTS:

Post:
Soligruppe KTS
KTS Ini
Baslerstr. 103
79100 Freiburg
E-Mail: kts-soli at gmx dot net
Fax: 0761/554084

- Stadt Freiburg:

Stadt Freiburg im Breisgau
Rathausplatz 2-4
79098 Freiburg
Telefon: 0049-761-201-0
E-Mail: rathausinformation at stadt dot freiburg dot de

Bürgermeister von Kirchbach Über Fax 0761-201-3099

- DB AG

Herrn Dr. Peter Schnell
Konzernbevollmächtigter der DB in Baden-Württemberg
Fax 0711-2092-3600

Herr Sahrbacher
DB Service Immobilien GmbH Niederlassung Karlsruhe
Fax 0721-9382877

Herrn Dr. Michael Vulpius
DB Regio
Fax 36803-49

- Presse

Badische Zeitung: redaktion at badische-zeitung dot de
Badischer Verlag GmbH & Co. KG
Basler Straße 88
79115 Freiburg
Telefon: 0761 / 496-0
Fax: 0761 / 496-5029

Der Sonntag: redaktion at der-sonntag dot de
Der Sonntag Verlags GmbH
Bertoldstraße 7
79098 Freiburg im Breisgau

Hier noch mal ein Einblick in den Konflikt mit der Bahn und Stadt aus unserer Sicht:

Anfang Februar wurde der KTS von der Deutschen Bahn, der das Gelände gehört und der Stadt Freiburg, die diese Gelände an die KTS weitervermietet, der Nutzungsvertrag gekündigt. Die Bahn begründet diesen Schritt mit dem Vorwurf des Falschparkens durch KTS-BesucherInnen und weitere angebliche Störungen, die jedoch auf Nachfrage nicht angegeben werden konnten. Das einzige zusätzlich genannte Delikt war die Entwendung einiger Bahnpaletten vor über einem dreiviertel Jahr, die jedoch von der KTS schon vor längerem bezahlt wurden, woraufhin die Bahn versicherte, die Angelegenheit sei erledigt. Diese vorgeschobenen Gründe wurden auch von der Stadtverwaltung als ausreichender Kündigungsgrund anerkannt. Auf die Beschwerde des Falschparkens wurde von der KTS mit baulichen Veränderungen, Aufklärung der BesucherInnen über Homepage, Koraktor (Programm), Plakate, Flyer etc. reagiert. Zudem wurden in seit Sommer laufenden Gesprächen mit Stadt und Bahn weitere bauliche Maßnahmen vorgeschlagen und der Bahn eine bei allen Veranstaltungen erreichbare Notfallnummer gegeben, die jedoch von der Bahn nie genutzt wurde. Dieses Entgegenkommen der KTS war ein Bemühen um eine gute Nachbarschaft und keine Pflicht, denn wie alle anderen Veranstaltungsorte (Kinos, Kneipen, Discos, etc.) ist die KTS nicht für die Regelung des Verkehrs verantwortlich. Alle von der KTS unterbreiteten Lösungsvorschläge wurden im Vorhinein von der Bahn abgelehnt, da es nicht um technische Probleme gehe, sondern um die Einstellung der BesucherInnen. Erstaunlich ist die lange Reaktionszeit der Bahn, die nach 5 Jahren reibungslosem Miteinander in der Baslerstraße plötzlich die Bösartigkeit der BesucherInnen bemerkt, welche jetzt als Kündigungsgrund herhalten soll. Wir denken, dass sich Lösungen für all diese Probleme finden lassen, und seien es bauliche Maßnahmen, die den Zugang zur KTS komplett von dem zum Bahnbetriebswerk trennen. Dies ist sicherlich immer noch billiger als die hohen Kosten, die durch einen Umzug der KTS entstehen würden.

Trotz aller Widrigkeiten sind wir immer noch gesprächsbereit und sind uns sicher, dass sich für die oben beschriebenen Probleme Lösungen finden lassen. Wir halten es für den besten Weg, wenn die KTS in den Räumen bleibt, in denen sie sich befindet!