SPD ruft zur Unterstützung der KTS-Initiative auf

Gabi Rolland: "Lösungen suchen, bevor die Situation weiter eskaliert!" / Ruf nach mehr öffentlich gefördertem Wohnungsbau

Die SPD-Gemeinderatsfraktion ruft zur Unterstützung des "Kulturtreffs in Selbstorganisation" (KTS) auf. Nach den zum Teil gewaltsamen Protesten gegen die Kündigung der KTS-Räume auf dem Bahnbetriebsgelände forderte gestern Stadträtin Gabi Rolland dazu auf, "in sachlicher und vorwurfsfreier Atmosphäre nach Lösungen für die Zukunft der KTS zu suchen, bevor die Situation weiter eskaliert".

Wie berichtet, hat die Deutsche Bahn den Mietvertrag mit der KTS-Initiative "aufgrund unzumutbarer Belästigungen und Störungen" gekündigt. Die SPD-Fraktion vertritt nun die Auffassung, "dass die KTS-Ini sowohl mit ihrem kulturellen Programm als auch mit ihrem sozialen Anspruch ein wichtiger Baustein der Freiburger Jugendkulturszene sowie der Jugendarbeit ist". Immerhin greife sie in ihren Veranstaltungen nicht nur zeitkritische Themen auf. Vielmehr trage sie auch zur Integration von Migranten bei. Gabi Rolland bedauert, dass es die Stadtverwaltung versäumt habe, den Gemeinderat frühzeitig über die von der Bahn angeprangerten Probleme mit KTS-Sympathisanten zu informieren. Nun gelte es, das Gespräch mit den jungen Leuten aufzunehmen, gemeinsam für eine unveränderte Verlängerung des Mietvertrags einzutreten - oder eine andere Immobilie zu suchen. Die SPD-Stadträtin ist zuversichtlich, dass es der Verwaltung nicht schwer falle, "angesichts der vielen frei werdenden Flächen ein geeignetes Objekt zu finden".

Überdies fordert die SPD die KTS-Ini dazu auf, sich "mit Nachdruck, aber kühlem Verstand" weiterhin für ihre Belange einzusetzen. Offenbar gebe es nun in der Stadt "ein gewisses Protestpotenzial, das sich im Rahmen der Diskussionen um die KTS oder den Abriss der Kasernengebäude in Vauban entlädt". Die Verantwortung für Randale sei jedoch nicht allein der KTS-Ini zuzuschreiben.

Als Sprecher der SPD-Fraktion setzte sich gestern Stadtrat Walter Krögner für die verstärkte Förderung preisgünstigen Wohnraumes ein. Für entsprechendes Bauland solle die Stadt einen Preisnachlass von nicht nur 20 Prozent gewähren, sondern von 50 Prozent. Im Rieselfeld sollten 300 öffentlich geförderte Wohneinheiten entstehen und nicht - wie von der Verwaltung vorschlagen - 150 bis 200. Und im Stadtteil Vauban sollte die vorgesehene Zahl von 50 auf 90 erhöht werden. Eine Beschränkung auf die neuen Stadtteile lehnt Krögner ab: Preisgünstiger Wohnraum müsse im gesamten Stadtgebiet gefördert werden.

erl


Quelle: Badische Zeitung vom Donnerstag, 12. Februar 2004