Wer abends für einen Kinobesuch in die Stadt gefahren kommt, kurvt auf der Parkplatzsuche oft so lange vergeblich ums Sedanquartier, bis die Werbung und die Vorschau-Trailer gelaufen sind. Am Ende steht der Wagen dann mit der Hinterachse im Halteverbot und vorne blockiert er eine Hofeinfahrt. Den Kinobetreibern kann’s egal sein, ob ihre Besucher sich regelkonform verhalten. Da liegen die Dinge für die KTS-Initiative schon anders. Wer in der Anreise zu ihrer "Anlage für kulturelle beziehungsweise soziale Zwecke" sein Auto kurzerhand auf der benachbarten Wendeplatte parkt, schadet nicht nur sich selbst, sondern auch der Initiative. Die nämlich steht in der Verantwortung, wenn es zu Störungen für den benachbarten Bahnbetrieb kommt. Dass es da klemmt, war programmiert: die Parkplätze nämlich, die den Autoverkehr zur KTS aufnehmen sollen, sind die Parkplätze vor dem Haslacher Bad. Das ist nicht nur jenseits der Bahnlinie, sondern offenbar auch jenseits der Schmerzgrenze für manch einen Autofahrer. Und die, die mit dem Fahrrad unterwegs sind, suchen an diesem Ort wie überall in der Stadt nach irgendwas, um ihr Rad anzuketten. Dass ein Tor dafür ungeeignet ist, scheint nur schwer begreiflich. Und dass die Selbstverwalter schon vergeblich Wachdienste und Hinweisschilder aufstellten, macht wenig Hoffnung. Klar nervt jetzt die dräuende Kündigung. Wirklich und endgültig abwenden können sie vermutlich weder OB noch Bahn oder die Ini selbst, sondern nur die Besucher der KTS, die mit Autos und Rädern nicht nur die Zufahrt, sondern auch eine lebbare Nachbarschaft blockieren.

Julia Littmann


Quelle: Badische Zeitung vom Freitag, 30. Januar 2004