Am Nachmittag des 4. Oktober trauerten die Straßenpunx nach der Beerdigung einer Freundin. Gegen 17 Uhr wurden sie am Platz der alten Synagoge von einer kleinen Gruppe Männer mit den Worten „Dreckspack! Ihr scheiß Zecken habt kein Recht zu trauern!“ angepöbelt. Die Straßenpunx konnten die Gruppe verbal vertreiben. Die Aggressoren holten jedoch telefonisch Verstärkung und überfielen dann gemeinsam eine Straßenpunkerin in der Nähe. Sie rammten ihr eine Bierflasche ins Gesicht, so dass die Frau aus Mund und Nase blutete. Die Bierflasche ging zu Bruch, einer der Angreifer hob eine Scherbe auf und attackierte damit ihr Gesicht. Glücklicherweise konnte sie noch ihre Arme heben, doch ihre Hand wurde so mehrfach aufgeschnitten.

Wie schon die BZ am 6. Oktober berichtete, wurden die Straßenpunx dann am Abend des 4. Oktober kurz vor Mitternacht von einer anderen Gruppe Männer angegriffen. Diese Gruppe attackierte die Straßenpunx zuerst mit Fäusten und Tritten, um dann einem Punk eine Flasche auf den Kopf zu schlagen. Die Straßenpunx wehrten sich, woraufhin einer der Angreifer ein Messer zog und damit zwei Straßenpunx lebensgefährlich und einen leicht verletzte. Zynischerweise will nun der Staatsschutz, also die politische Abteilung der Kriminalpolizei, den Opfern eine Anzeige wegen schwerer Körperverletzung anhängen.

Im Moment gibt es mehrere Verfahren gegen PolizistInnen wegen der Polizeigewalt am 29. Juli. An diesem Tag kesselte die Polizei 300 Menschen ein und schleifte eine Straßenpunkerin über den Platz der alten Synagoge, obwohl sich die Frau nicht wehrte. Eine andere Straßenpunkerin erlitt einen epileptischen Anfall in Polizeigewalt. Die Polizei schirmte die Frau ab und versagte ihr minutenlang ärztliche Hilfe. Trotz der Rufe besorgter Umstehender wurden ihr nicht einmal die Kabelbinder abgenommen, mit denen ihre Hände auf dem Rücken gefesselt waren.

Gleichzeitig bereitet die Stadt Freiburg mit schikanösen Kontrollen und anderen Einschüchterungsversuchen der Polizei die Räumung des derzeitigen Wohnortes der Straßenpunx am Alten Schießplatz in der Hermann-Mitsch-Straße vor. Dort leben sie seit ihrer Enteignung und Räumung vom Ponyhof neben dem Eselswinkel, auf den dann die Schattenparker gezwungen wurden. Die Stadt gab vor, das von den Schattenparkern favorisierte benachbarte Gelände der Stiftungsverwaltung an ein Möbelhaus verkaufen zu wollen und begründete so nachträglich die Räumung der Straßenpunx vom Ponyhof.

Offenbar hat die Stadt mit dem Alten Schießplatz ähnliche Pläne und so besteht die Befürchtung, dass die Straßenpunx schon wieder dem grünen Oberbürgermeister Dieter Salomon im Weg sein könnten. Erinnert sei in diesen Zusammenhang an Salomons respektlose und verächtliche Worte während der Gemeinderatssitzung am 1. August, dem Tag der Räumung der Straßenpunx: Eigentlich hätte er zur Räumung „nicht die normale, sondern die Seuchenpolizei“ schicken sollen.

Antifa Freiburg