Freiburg hat seine eigene kleine Tradition in Sachen Wochentagsdemos. Die Montagsdemos versuchen wacker, ihren Platz in der Demo-Agenda zu behaupten. Schon die Freiburger Dienstagsdemos allerdings hatten einst diesen Platz drei Monate nach ihrer Premiere wieder räumen müssen. Seinerzeit. Acht Jahre liegt der ursprüngliche Anlass für die Protestumzüge zurück, die dann von Januar 1997 an allwöchentlich an die Abholzung etlicher uralter wunderbarer Bäume im Konrad-Günter-Park erinnern sollten. Auf Fahrrädern ging es monatelang vom Rathaus zum teilgerodeten Park. Die Zahl der dienstagsdemonstrierenden Gegner gegen die B 31 Ost neu nahm von Woche zu Woche ab, die Stimmung nicht. Widerstand braucht eben einen langen Atem, das wussten die unverdrossenen Aktivisten. Und davon sind auch die Montagsdemonstrierer überzeugt. Sieht aber ganz so aus, als ob langer Atem allein ungefähr die Wirkung von Lichterketten entfaltet. Die Kerze flackert zwar, aber der Funke springt kaum über - nur die, die mittun sind sich irgendwie einig und ihre Widerstandskräfte sind gebündelt. Auch um die wieder freizusetzen, haben damals die Freiburger Dienstagsdemonstrierer ihren "Jour fixe" aufgegeben.

Julia Littmann


Quelle: Badische Zeitung vom Dienstag, 9. November 2004