Alles hätte so schön sein können. Nach einigen Frühlingswochen der Aufregung um den Kulturtreff in Selbstorganisation - kurz: KTS -, um Duldung und Kündigung, schien es, als hätten sich alle Beteiligten auf eine friedliche Lösung auf dem Wege der Diplomatie verständigt. Anstatt aufgeregter Schlagzeilen gab es - ebenso ergiebig wie unspektakulär - monatelang regelmäßige Gespräche mit allen Konfliktparteien. Die KTS sprach mit der Stadtverwaltung, deren Vertreter mit der Bahn, einige Anwohner folgten gar auch der Einladung der KTS zum nachbarschaftlichen Meinungsaustausch. Und derweil rückte der Gütetermin näher. Auf dem soll geklärt werden, ob sich Vermieter und fristlos gekündigte Mieter gütlich einigen können. Just in dieser Phase bekommen die Mieter die gelbe Karte gezeigt - wie sie beteuern, zu Unrecht. Vom Platz nehmen kann man sie jetzt nicht mehr. Und man muss es wohl auch nicht: Dem Vernehmen nach ist das Rathaus nach wie vor sehr an einer einvernehmlichen Lösung interessiert und will nicht etwa den Druck auf die Ini erhöhen, sondern einfach mal wieder die Spielregeln ins Spiel bringen. Tatsächlich hätte man sonst auch auf die Idee kommen können, dass es wohl Stimmen gegeben hat, die einen Erfolg der ersten Räumungsklage bezweifeln. Dann nämlich wäre es ein durchaus übliches Procedere, gleich noch eine zweite formvollendetere nachzuschieben. Diese Sorge aber sei unbegründet, versichern Vertreter der Verwaltung und des Gemeinderates. Es kann also alles noch gut werden.

Julia Littmann


Dieser Artikel ist Teil eines KTS-Features der Badischen Zeitung


Quelle: Badische Zeitung vom Mittwoch, 7. Juli 2004