Viele Kilometer für wenig Techno

Illegales Festival: Fans kritisieren die Organisatoren im Internet

Ein Schlag ins Wasser war für die Organisatoren das unangemeldete Techno-Festival am Opfinger Baggersee. Mit einem Großeinsatz hatte die Polizei am Samstag die Party beendet, noch bevor diese richtig in die Gänge gekommen war. Auf der "Southtek"-Internetseite kritisierten mehrere Teilnehmer gestern die Blauäugigkeit der Veranstalter: Die hatten den zumeist aus Frankreich angereisten Fans zuvor vollmundig ein von der Ordnungsmacht ungestörtes Festival versprochen.

Von unserem Redakteur Joachim Röderer

Für die Polizei selbst war der Fall gestern erledigt: Die beschlagnahmten Notstromaggregate und leistungsfähigen Verstärkeranlagen konnten die Besitzer wieder in Empfang nehmen. Laut Polizei kam der Hauptveranstalter des Festivals aus Freiburg. Auch auf der Homepage des "Kulturtreffs in Selbstverwaltung" (KTS) hatte es einen Hinweis auf die Party gegeben. Draußen am See mischte auf alle Fälle laut Polizei die Wagenburg-Szene mit - auch das ist nicht neu: Die Wagenburgler hatten vor einem Jahr eine Technoparty auf dem Eternit-Gelände in March-Neuerhausen gestartet - mit rund 1000 Fans. Auch damals beendete die Polizei das Fest, auch damals ging die Räumung friedlich über die Bühne.

Nach BZ-Informationen hatten die Organisatoren für die Neuauflage am "Opfinger" beim Getränkegroßhandel 400 Kisten Bier geordert, die dann aber nach dem frühen Abbruch der Party nicht abgeholt wurden. "Die Organisatoren sind verrückt, solch einen Event so nah bei der Wohnbebauung zu starten", kritisierte gestern ein mit einer englischen Adresse eingeloggter Fan im Internet. Die ausgesprochene Garantie, dass die Soundsysteme von der Polizei nicht einkassiert werden, sei "Bullshit" gewesen. Und die Veranstalter hätten das genau gewusst, so der Fan, der nach eigenen Angaben 700 Kilometer umsonst zurückgelegt hat. Ein anderer Internetnutzer berichtet von seinen zwei athletisch gebauten Freunden, die ein unfreiwilliges Bad im Baggersee genommen haben: Festival-Teilnehmer hatten sie ins Wasser geworfen, weil sie sie irrtümlicherweise für Zivilpolizisten hielten.