Polizei dreht den Saft ab

Großaufgebot gegen illegale Techno-Party am ’’Opfinger See’’

Mit einer groß angelegten Polizeiaktion ist am Samstag ein illegales Techno-Festival am großen Opfinger Baggersee beendet worden. Mehrere Hundertschaften Bereitschaftspolizei waren im Einsatz. Es kam zu kleineren Zwischenfällen, nachdem Einzelne der rund 400 Teilnehmer mit Flaschen und Steinen auf die Polizisten geworfen hatten. Notstromaggregate, Lautsprecher und Musikanlagen hatten die Beamten zuvor beschlagnahmt. Die Basstöne waren zehn Kilometer weit zu hören gewesen.

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Schon seit Wochen war im Internet für das von - laut Polizei - einem Freiburg Veranstalter organisierte "Southtek"-Festival geworben worden. Offen war bis zuletzt der genaue Veranstaltungsort. Vor allem viele Techno-Fans aus Frankreich hatten sich auf den Weg nach Freiburg gemacht. Deswegen arbeitete die Freiburger Polizei eng mit der Gendarmerie im Elsass zusammen. Zwischen Offenburg und Weil wurden alle Grenzübergänge kontrolliert: Die meisten Fans schafften es deswegen erst gar nicht über den Rhein. "Ohne diese Kontrollen hätten mehrere Tausend Besucher hier gehabt". sagt gestern Hansjörg Schwarz von der Polizei Freiburg.

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Mehrere Hunderschaften Bereitschaftspolizei haben am Samstag den Opfinger Se abgeriegelt und die illegale Techno-Party aufgelöst.

Rund 400 Besucher erreichten dennoch das Gelände am "Opfinger". 80 Prozent davon kamen aus Frankreich, aber auch Techno-Freaks aus den Niederlanden, Belgien, England und Österreich hatten sich auf den Weg zum Underground-Festival gemacht. Aus Freiburg kam laut Polizei nur ein ganz geringer Teil der Besucher. Obwohl schon bei der Anreise jede Menge Equipment konfisziert worden war, gelang es den Veranstaltern am Samstag ab 4 Uhr morgens vor etwa 300 bis 400 Zuhörern loszulegen. Gegen Mittag kassierte die Polizei den Rest der Anlage ein. Sieben junge Franzosen wurden wegen der Stein- und Flaschenwürfe vorübergehend festgenommen - sie hatten den Beamten zudem den Hitlergruß gezeigt.


Quelle: Badische Zeitung vom Montag, 5. Juli 2004