Von Anilin bis Zwangsarbeit

Ausstellung zur Geschichte und Politik der I.G. Farben

23.-30.06.04 im Foyer des Chemiehochhauses

Im Faschismus nutzten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Kenntnisse und Fähigkeiten, um einen internationalen Krieg und die Ermordung von Millionen Menschen in Konzentrationslagern zu ermöglichen. Chemie-Konzerne verdienten an todbringenden Waffen, an Medikamenten für sterbende Soldaten, an der massenhaften Versklavung von Häftlingen und schließlich am Völkermord in den Konzentrationslagern. Angeblich "im Dienste der Wissenschaft" wurden Häftlinge durch medizinische Versuche zu Tode gequält. Interessengemeinschaft (I.G.) Farben - das war über Jahrzehnte hinweg ein Synonym für (fast) die gesamte deutsche Chemieindustrie. Mit ihrer enormen wirtschaftlichen Macht ermöglichte sie dem Kaiserreich die Fortführung des ersten Weltkriegs nach der englischen Blockade von Salpeterlieferungen aus Chile, waren ein bestimmender Faktor der Innen- und Außenpolitik der Weimarer Republik und schließlich auch Mitgestalter und Nutznießer der faschistischen Diktatur und des zweiten Weltkriegs. Die I.G. Farben war der größte Einzelfinancier der NSDAP, durch ihre Zusicherungen machte sie den zweiten Weltkrieg überhaupt erst möglich. Im I.G. Farben eigenen KZ in Monowitz (Auschwitz III) wurden von 1941 bis 1945 Tausende "durch Arbeit vernichtet".

Öffnungszeiten der Ausstellung:

Werktags zwischen 10:00 und 19:00 Uhr
im Foyer des Chemiehochhauses (Albertstrasse 21a)

Rahmenprogramm:

Auftaktveranstaltung am Mittwoch, 23. Juni:
Reinhardt Kühnl, Marburg
Der deutsche Faschismus: Politik, Wissenschaft und Wirtschaft und ihre Folgerungen nach 1945
19:00 Uhr c.t. im Hörsaal Rundbau
(Alberstraße 21, hinter dem Chemie Hochhaus)

Abschlussveranstaltung am Mittwoch, 30. Juni:
Stefan Albrecht, Hamburg
Verantwortung und Freiheit.
Zur Rolle von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern
19:00 Uhr c.t. im Hörsaal Rundbau
(Alberstraße 21, hinter dem Chemie Hochhaus)

Weitere Infos bei der Fachschaft Chemie.