"Verbindung bietet leistungswilligen, männlichen, deutschen Studenten eine Bleibe und die Grundlage für dauerhafte Freundschaften. Mit dabei sind Raum für zielgerichtetes Studium, interessante Freizeit, gesellige Veranstaltungen sowie die persönliche Herausforderung. Wir haben geräumige Zimmer und weitere Annehmlichkeiten wie Partykeller, DSL und Sauna auf unserem..."

Falsch Verbunden?

Informationsveranstaltung zu studentischen Verbindungen
Mittwoch, 28.04.04, 20:00 Uhr c.t.
Unterer Hörsaal in der alten Uni
Uniformen unerwünscht!

Referent Jörg Kronauer (Sozialwissenschaftler, freier Journalist)

In den 1970ern schien ihr Ende nahe. Studentenverbindungen - elitäre Traditionsvereine konservativer bis extrem rechter Prägung - gerieten durch den Modernisierungsschub an den Hochschulen gewaltig unter Druck. Ihr altertümliches Gehabe, das sich in seltsamen Trink- und Feierriten, angeblich altdeutscher Kleidung und konservativen Handlungsweisen zeigt, schien den gesellschaftlichen Verhältnissen nicht mehr angemessen. Dem Spott der die Hochschulen dominierenden Linken ausgesetzt, wurden die Studentenverbindungen aus der universitären Öffentlichkeit verdrängt, die sie bisher beherrscht hatten.

Spätestens in den 1990ern hat sich diese Tendenz grundlegend verändert. Der strukturelle Konservatismus der Studentenverbindungen lässt sie angesichts des ungebrochenen Vormarsches reaktionärer Positionen in der deutschen Gesellschaft wieder zunehmend als attraktive Vereinigungen erscheinen. Mit ihren Inhalten können die Studentenverbindungen entsprechend punkten. Elitendenken, Männerbündeleien, Unterordnungsbereitschaft, Militarismus, Akzeptanz von Hierarchien und Geschlechterstereotypen - das sind Verhaltensweisen, die in Studentenverbindungen erlernt und danach oft in gehobener Position praktiziert werden. In einigen Arten von Studentenverbindungen (besonders in Burschenschaften) verbindet sich dieser Habitus mit extremeren Formen völkischen Denkens.

Riten, Gebräuche und Politik von Studentenverbindungen stehen am 28. April 2004 zur Debatte.


Jörg Kronauer hat uns mittlerweile freundlicherweise seinen Vortrag zur Verfügung gestellt.