KTS-Party trotz Verbot

Kulturtreff ignoriert Vorgaben der Stadtverwaltung

Die Leute vom Kulturtreff in Selbstorganisation (KTS) ignorieren das von der Stadtverwaltung und der Deutschen Bahn AG erteilte Veranstaltungsverbot in ihren Räumen im Bahnbetriebswerk an der Basler Straße. Die Gruppe "La Banda Vaga" hat dort für Ostersamstag ein Konzert mit anschließender Party angekündigt. Man rechnet mit mehreren hundert Besuchern. Auf diese Provokation reagiert die Stadtverwaltung mit Unverständnis: "Wir raten den Veranstaltern dringend von dem Konzert ab", sagt Rathaus-Sprecher Walter Preker.

Die von der Stadt für das autonome Kulturzentrum gemieteten Räume hatte die Bahn wegen Störungen ihrer Betriebsabläufe und Beschädigungen Anfang Februar gekündigt. Unter der Auflage, dort fortan keine Veranstaltungen mehr auszurichten, sollte die KTS auf dem Gelände weiter geduldet werden. Diese Duldung widerrief die Bahn aufgrund einer Demonstration von KTS-Anhängern auf dem Hauptbahnhof. Daraufhin beendete die Stadtverwaltung das Untermietverhältnis mit dem Förderverein Subkultur, der wiederum dieser Kündigung widersprach. Seither bereitet die Stadt eine zivilrechtliche Räumungsklage vor - und sucht nach Ersatzräumen.

Mit der Party am Samstag würden die Veranstalter gegen die Spielregeln verstoßen, warnt Rathaus-Sprecher Preker. Wenn es erneut Beschädigungen der Bahnanlagen gebe, müssten sie mit Konsequenzen rechnen. Polizeirechtliches Vorgehen sei dann nicht ausgeschlossen. Bei der Deutschen Bahn in Stuttgart war gestern niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

"Wir wollen mit der Party nicht provozieren", sagte gestern einer der Konzertveranstalter, der namentlich nicht genannt werden wollte. Er gab zu, dass die KTS-Initiative das Veranstaltungsverbot ignorieren würde: "Wir akzeptieren die Kündigung nicht und wollen zeigen, dass die KTS weiter existiert." Man werde sich bemühen, dass die Party ohne Zwischenfälle über die Bühne gehe. Damit niemand gegen das Parkverbot auf dem Bahngelände verstoße, seien extra Wächter eingeteilt worden.

In einem Brief fordert die KTS-Ini den Gemeinderat auf, die Verwaltung von einer Räumungsklage abzubringen. Man sei gesprächsbereit. Vor der Feier zu ihrem zehnten Geburtstag am 20. März hatte die KTS zwei mit der Stadt vereinbarte Gesprächstermine abgesagt.

hsp


Quelle: Badische Zeitung vom Mittwoch, 7. April 2004