Erstmals seit über 10 Jahren haben anlässlich des Heß-Marsches bundesweit wieder mehr Antifas als Nazis demonstriert. Durch die kraftvolle internationale Demonstration von 2200 Antifaschistinnen und Antifaschisten in Wunsiedel wurde eindrucksvoll gezeigt, dass wir eine Verherrlichung des Nationalsozialismus wie in den letzten Jahren nicht kampflos hinnehmen werden. Unsere Kräfte reichten zusätzlich noch zur Verhinderung eines Naziaufmarsches in Nürnberg am gleichen Tag.

Das große Medienecho im Vorfeld des Heß-Marsches ist neben dem Interesse am Testfall des neuen §130 auch der öffentlichkeitswirksamen Lancierung antifaschistischer Inhalte durch die bundesweite Kampagne "NS-Verherrlichung stoppen!" zuzuschreiben. Das Schweigen der Medien nach der Zersplitterung der neonazistischen Großdemonstration in kleine Regionaldemonstrationen ist bezeichnend für das Nichterkennen der faschistischen Gefahr.

Die Wunsiedler PolitikerInnen wollten das antifaschistische Potential erst verschweigen, doch das gelang ihnen aufgrund unserer massiven Präsenz nicht. Also wurden per Totalitarismustheorie die Linken mit den Rechten gleichgesetzt. Diese Gleichsetzung ist nicht nur dumm und falsch, sie spiegelt auch eine gefährliche Verkennung der Gefahr der nationalsozialistischen Ideologie wider. Wunsiedel ist eben ein CSU-Kaff in der Fichtelgebirgspampa und kein Hort des Antifaschismus.

Die diesjährige Mobilisierung gegen den Heß-Marsch in Wunsiedel werten wir als Erfolg. Wir waren eng in die bundesweite Kampagne eingebunden, die Strukturen des Antifaschistischen Aktionsbündnisses Baden-Württemberg wurden gefestigt und die antifaschistische Szene in Freiburg mobilisiert. Wir setzen unseren Kampf auch im nächsten Jahr fort. Und wenn der Heß-Marsch in Wunsiedel nicht verboten werden sollte, werden auch alle Antifas kommen, die dieses Mal direkt zu den Aufmarschorten der Nazis gefahren sind. Die Lethargie bezüglich der Heß-Märsche ist endgültig gebrochen.

FaschistInnen angreifen!

Antifa Freiburg