LeserInnenbrief vom Mittwoch, 23. März 2005, zum Artikel "Studentenverbindung möchte Villenpark retten" in der Badischen Zeitung vom Samstag, 19. März 2005.

"Studentenverbindung möchte Villenpark retten", titelt die Badische Zeitung. Müssen wir der "Teutonia" deshalb dankbar sein? Wohl kaum. Die Freiburger "Burschenschaft Teutonia" ist eine farbentragende und pflichtschlagende Studentenverbindung und Mitglied im Dachverband "Deutsche Burschenschaft" (DB). Die DB ist bereits hinlänglich bekannt für geschichtsrevisionistische Propaganda, die Verbreitung eines völkischen Nationalismus und einen Hang zu autoritär-militaristischen Strukturen.

Die "Teutonia" in Freiburg bildet hier keine Ausnahme. Getreu ihrem Wahlspruch "Ehre, Freiheit, Vaterland" präsentiert sie sich in den Korporationsfarben schwarz-rot-gold und verpflichtet alle "Teutonen" zum Fechten von sog. Mensuren. Mitglieder dürfen nur männliche Studenten deutscher Staatsangehörigkeit werden, die den Kriegsdienst nicht verweigert haben. Die "bevorzugte Aufgabe" der Burschenschafter ist nach eigenen Angaben "das Eintreten für die deutsche Kultur, insbesondere die deutsche Sprache und die spezifische Lebensart der Menschen, die sich der deutschen Kulturnation zugehörig fühlen".

Die Stadt überlegt nun also, das ehemalige Centre Culturel Français dieser stramm rechten Burschenschaft zu überlassen. Sollte die "Teutonia" tatsächlich den Zuschlag erhalten, fördert die Stadt damit nicht nur das reaktionär-patriarchale Weltbild von Studentenverbindungen, sondern macht sich außerdem zur Handlangerin national-patriotischer Umtriebe in Freiburg. Wir fordern die Stadt Freiburg auf, die politische Dimension dieser Frage in die Entscheidung einzubeziehen und den Verfechtern des Volksdeutschtums keinen Raum zu lassen.

Verbindungen kappen!

Antifa Freiburg